Morbus Peyronie / Induratio penis plastica

Multimodale Therapie der IPP
Gezielte Wirkstofftherapie: Perovial® bei IPP
Perovial® enthält hochgereinigtes Natriumhyaluronat und wird gezielt in oder neben die tastbare Plaque der Tunica albuginea injiziert. Die Behandlung richtet sich vor allem an Männer in der aktiven Phase der Induratio penis plastica, bei denen Schmerzen, eine zunehmende Verkrümmung oder eine noch nicht zu sehr verkalkte Plaque bestehen.
Ziel der Behandlung ist es, die entzündlichen und fibrotischen Umbauprozesse innerhalb der Plaque zu beeinflussen. Die Behandlung kann Schmerzen lindern und möglicherweise einer weiteren Zunahme der Verkrümmung entgegenwirken. Eine vollständige Rückbildung der Plaque oder eine vollständige Begradigung kann jedoch nicht zugesichert werden. In unserer Praxis erfolgt die Behandlung nach einer Untersuchung und wird bei entsprechender Indikation in ein multimodales Behandlungskonzept integriert.
1. Was ist Perovial®?
Perovial® ist ein steriles, verschreibungspflichtiges Medizinprodukt zur intraläsionalen Behandlung der aktiven Induratio penis plastica, auch Peyronie-Erkrankung genannt.
Die Hyaluronsäure wird unmittelbar in die Plaque der Tunica albuginea eingebracht. Hyaluronsäure ist natürlicherweise Bestandteil des Bindegewebes. Ihr werden hydratisierende, antioxidative und antifibrotische Eigenschaften zugeschrieben. Dadurch soll das Plaquegewebe geschmeidiger werden und der weitere narbige Umbau beeinflusst werden.
2. Für wen kommt die Behandlung infrage?
Perovial® ist für erwachsene Männer mit einer aktiven beziehungsweise akuten Peyronie-Erkrankung vorgesehen.
Allgemein:
Die aktive Phase gilt laut medizinischen Kriterien als beendet und geht in die chronische (stabile) Phase über, wenn die Erkrankung seit mindestens 12 Monaten besteht und die Symptomatik sowie die Verkrümmung seit mindestens 6 Monaten völlig unverändert sind
Hinweise auf eine länger andauernde aktive Erkrankungsphase können sein:
* Schmerzen bei spontaner oder provozierter Erektion,
* eine erst seit relativ kurzer Zeit bestehende Plaque,
* eine in den vergangenen Monaten zunehmende Verkrümmung,
* Veränderungen der Penisform oder -länge,
* eine noch nicht oder nur gering verkalkte Plaque.
Vor der Behandlung erfolgen in unserer Praxis eine Untersuchung der Plaque mit einer sonographische Beurteilung .
3. Für wen ist Perovial® nicht geeignet?
Perovial® ist insbesondere nicht vorgesehen bei:
* einer Infektion oder entzündlichen Hautveränderung im Bereich der Injektionsstelle,
* Vorhautentzündung,
* bekannter Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Produktes,
* Für stark verkalkte Plaques in der chronisch stabilen Phase gibt es keine Daten.
4. Wie läuft die Behandlung ab?
Zunächst wird die Plaque durch Untersuchung und gegebenenfalls Ultraschall lokalisiert. Nach Desinfektion und örtlicher Betäubung wird die Hyaluronsäure mit einer feinen Nadel direkt in die Plaque beziehungsweise in die betroffene Tunica albuginea injiziert.
Das verwendete Volumen richtet sich nach Größe und Ausdehnung der Plaque. Anschließend wird das behandelte Areal vorsichtig massiert, um das Produkt im Plaquegewebe zu verteilen. Gebrauchsinformation Perovial_Coming soon.pdf
Die Behandlung selbst dauert in der Regel nur wenige Minuten. Einschließlich Vorbereitung, Untersuchung und Nachbeobachtung sollte etwas mehr Zeit eingeplant werden.
Therapieoptionen bei Induratio penis plastica - Peyronie's Disease - IPP - Morbus Peyronie
ESWT - EMDA
EMDA bei Induratio Penis Plastica (IPP)
Die EMDA-Methode (Electromotive drug application - Medikamentenapplikation durch Elektrophorese) ist eine innovative und schmerzfreie Behandlungsmethode für die frühe Phase der IPP. Dabei werden entzündungshemmende und gewebsauflockernde Medikamente (Dexamethason und Verapamil) gezielt in das verhärtete Gewebe (Plaque) im Penis transportiert.
Wie funktioniert die EMDA-Methode?
Durch ein schwaches elektrisches Feld werden die Wirkstoffe direkt in das betroffene Gewebe „hineingezogen“. Dies geschieht über:
- Elektromolekulare Prozesse (Iontophorese, Elektrophorese, Elektro-Osmose, Elektroporation)-
- Gezielte Medikamentenaufnahme, statt nur oberflächlicher Wirkung
- Sanfte Anwendung, ohne Nadeln oder operative Eingriffe
Ein kleines, batteriebetriebenes Gerät erzeugt dabei einen schwachen Stromfluss zwischen einer Elektrode auf dem Penis und einer weiteren Elektrode oberhalb des Schambeins. Dies sorgt dafür, dass die Medikamente genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Für wen ist die EMDA-Methode geeignet?
- Patienten in der frühen, aktiven Phase der IPP
- Patienten ohne elektrisch aktive Implantate (z. B. Herzschrittmacher)
- Keine relevanten Allergien gegen die Wirkstoffe (Verapamil und Dextamethason)
Vorteile der EMDA-Methode
- Schmerzfrei & atraumatisch
- Effektiver Medikamententransport ins betroffene Gewebe
- Keine bekannten Nebenwirkungen
Diese Methode kann helfen, die Entzündung zu reduzieren und die Plaquebildung positiv zu beeinflussen.
Behandlungsdauer und Ablauf der EMDA-Therapie
Die Behandlung mit der EMDA-Methode erfolgt in mehreren Sitzungen über mehrere Wochen:
- Initialtherapie: 20 Behandlungen, verteilt auf 2 Sitzungen pro Woche
- Verlängerung: Falls eine Verbesserung des Tastbefunds, des Empfindens oder des Ultraschallergebnisses sichtbar ist, können
weitere 10 Sitzungen erfolgen.
Die Behandlung kann so lange wiederholt werden, bis keine weitere Veränderung der Plaque mehr festgestellt wird.
Behandlungsablauf:
- Die Elektrode wird auf der vom Körper entferntesten relevanten Läsion (Narbe) aufgebracht
- die Wirkstoffe verteilen sich beim Eindringen ins Gewebe und wandern in Richtung der Bein-Elektrode durch das Gewebe, so dass sie eine regionale Wirkung entfalten.
Diese strukturierte Therapie ermöglicht eine bestmögliche Wirkung auf die Verhärtung im Penis und kann helfen, die Symptome der IPP zu lindern.

Kostenübernahme
Die Behandlungskosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen oder provaten Kassen übernommen.
Wir rechnen jeweils in Behandlungsserien a 10 Sitzungen ab.
Die Bezahlung erfolgt jeweils vor der ersten Sitzung einer Behandlungsserie per Karte oder Überweisung
Literatur zu EMDA und M. Peyronie (Induratio penis plastica):
- F. Montosori et al: Transdermal electromotive multi-drug administration for Peyronie's disease: preliminary results; J And 2000 Jan-Feb;21(1):85-90
- A. Kokab: Structured Self-Rated Response to Iontophoresis with Verapamil and Dexamethasone in Peyronie's Disease; Adv Urol 2014:2014:957013.
ESWT (Stoßwellentherapie) bei IPP
In einer Metaanalyse der bislang publizierten Studien zur Wirksamkeit der niedrigenergetischen extrakorporalen Stoßwellentherapie kamen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass es dadurch zu einer Verkleinerung der Plaques und einer Beseitigung von erektionsabhängigen Schmerzen kommt(Literatur G)
In den letzten 4 Jahren haben wir bei über 240 Patienten mit IPP eine niedrigenergetische extrakorporale Stoßwellentherapie mit verschiedenen Geräten in Kombination mit der täglichen Anwendung eines PDE 5 Hemmers angewendet.
Ob ein Patient mit IPP auf die ESWT gut anspricht oder nicht hängt hierbei einerseits von der Krankheitsdauer sowie andererseits von der Schwere der Veränderungen ab. Generell gilt hier, dass je früher die Patienten nach Krankheitsausbruch kommen desto Erfolg versprechender sind die Langzeitergebnisse unabhängig von den Veränderungen. Bei einer Krankheitsdauer von über 18-24 Monaten sahen wir deutlich seltener Erfolge mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie.
Prinzipiell gibt es für die Anwendung der extrakorporalen Stoßwellentherapie am Penis zwei unterschiedliche Therapieschemata:
1. ein bis zwei Sitzungen pro Woche verteilt über 6 bis 12 Wochen (insgesamt 10 Sitzungen)
2. vier ESWT - Sitzungen pro Woche über zwei bis drei Wochen
Das zweite Therapieschema bieten wir insbesondere Patienten an, welche von größeren Entfernungen anreisen müssen und in einem der in Laufdistanz zu uns befindlichen Hotels wohnen.
Streckapparate bei der Induratio penis plastica
Es gibt verschiedene Modelle (sollten Sie ein weiteres kennen, informieren uns gerne!!). Welches für wen das richtige ist und in wie weit die Anwendung praktikabel ist, muss jeder für sich herausfinden. Im Zusammenspiel mit der ESWT lässt sich hier ein positiver Effekt attestieren.
Wie die Anwendung erfolgt erklären die Hersteller oder Anwender mit Tutorials und Clips z.B. auf Youtube
- Andropenis (www.andropenis.com.au)
- Phallosan Forte (phallosan-forte.de)
- RestoreX: spezifisch Entwickelt für Peyronie von Mayo Clinic (USA) (www.restorex.com)
- Penimaster: aus Berlin (https://www.penimaster.de/)
2018 wurde im British Journal eine Studie zum Penimaster veröffentlicht. Zusammenfassend empfehlen die Autoren der Studie, PeniMaster PRO in der stabilen Phase von Peyronie für drei Monate anzuwenden, bevor eine operative Korrektur in Betracht gezogen wird. Denn die Behandlung ermöglicht eine signifikante Reduktion der Verkrümmung, eine Verlängerung des Penis sowie symptomatische Besserung der Peyronie und deren krankheitsbedingten Nebenwirkungen bei gleichzeitig hoher Akzeptanz des Produktes bei den Patienten.
Unserer Erfahrung nach wird der Einsatz von Streckapparaten effekiver, nachdem die Narbe mittels ESWT in Ihrer Härte gemindert wurde.
Hier das Feedback eines Patienten:
"Habe gestern eine Stunde lang mit den Videos von PeniMaster versucht, das Ding anzubringen. Keine Chance. Erst dieses Video im Netz konnte es mir erklären. Falls Sie mal Patienten haben, die auch Fragezeichen in den Augen haben: senden Sie ihnen dieses Video:
https://youtu.be/NjvlFVnDuLQ?si=-L2dp1yMRk4LszHy "

Penispumpen / Vakuumpumpen bei Morbus Peyronie
In Studien (A) konnten Verbesserungen der IPP (Induratio penis plastica / Morbus Peyronie) durch den Einsatz von Vakuumpumpen nachgewiesen werden.
Die Kombination von ESWT (Stoßwellentherapie) und Vakuumtherapie scheint effektiver zu sein, als der Einsatz von Vakuumpumpen (Penispumpen) alleine.
Der unsachgemäße Gebrauch kann jedoch auch Schaden verursachen (B).
(A): Amr Abdel Raheem et al. The role of vacuum pump therapy to mechanically straighten the penis in Peyronie's disease; BJU Int. 2010 Oct;106(8):1178-80.
(B): Hakim, LS; Vacuum erection associated impotence and Peyronie's disease; J Urol. 1996 Feb;155(2):534-5.
Auswahl der richtigen Vakuumpumpe / Penispumpe
Unter der Vielzahl an Modellen muss man das individuell richtige finden.
Hier die Empfehlungen von zwei unserer Patienten:
A)
"Das Produkt hält was es verspricht. Robust und wertig. Die obere Ventildrehfunktion ist mit nassen Fingern nicht gut zu drehen. Ein Handtuch sollte in der Nähe sein. Meine persönliche Empfehlung ist die Nutzung mit den im Zubehör erhältlichen Vibratoren. Diese stimulieren den Penis wie ein leichter Reizstrom und macht die Sitzung sehr angenehm und meditativ. Das Zubehör ist nützlich. In meinem Fall wird die Bathmate jetzt ca. 3 Monate angewendet um die Folgen einer IPP Erkrankung (induratio penis plastica/ plötzlich auftretende Penisverkrümmung) zu behandeln. Der Penis konnte mithilfe der Bathmate und einer Stosswellentherapie weitestgehend wieder begradigt werden. Eine minimale Grössenveränderung ist direkt nach der Anwendung zu beobachten. Wer glaubt das man damit dauerhaft ein viel größeres Glied bekommt muss das möglicherweise über einen sehr viel längeren Zeitraum anwenden. Ich werde dabei bleiben, denn die Durchblutung wird gefördert und Erektionen sind härter und länger. Alles in allem bin ich mehr als zufrieden.
https://de.bathmatedirect.com/collections/hydro-series "
B)
"Hi, ich habe bereits verschiedene getestet. Mit Vakuumpumpen mit manueller Bedienung kam ich null klar. Die mit Batterie sind besser. Und da kann man auch günstige kaufen. Ich nutze seit über einem Jahr diese hier:
https://www.amazon.de/dp/B0C3H1SBH5/ref=cm_sw_r_as_gl_api_gl_i_MZ33QDG3X6KENDXCQ3FW?linkCode=ml1&tag=tolly05-21 "
An dieser Stelle vielen Dank für die persönlichen Empfehlungen!
Beispiel für ein Behandlungsprotokoll mit der Vakuumpumpe
PDE-5- Inhibitoren - z.B Tadalafil bei der Induratio penis plastica
Obwohl PDE-5-Hemmer allgemein als Mittel zur Behandlung von Eerektiler Dysfunktion (Erektionsstörung) angesehen werden, haben neuere Studien ihren potenziellen Einsatz bei der Behandlung der Induratio penis plastica / m. Peyronie bei Patienten mit oder ohne erektiler Dysfunktion gezeigt. PDE-5-Inhibitoren erhöhen das zyklische Guanosinmonophosphat (cGMP), indem sie den Abbau von cGMP zu GMP hemmen.
Mit dem Anstieg von cGMP und NO werden die Kollagensynthese und -ablagerung gehemmt und es kommt zur Apoptose von Fibroblasten und Myofibroblasten (a). Aufgrund dieser Eigenschaft könnten sich PDE-5-Hemmer bei der Narbenremodellierung als vorteilhaft erweisen. In einem M.Peyronie-Rattenmodell wurde gezeigt, dass Sildenafil eine signifikante Verringerung des Kollagen-zu-Fibroblasten-Verhältnisses in der Tunica albuginea sowie der Plaquegröße verursacht (a).
Chung und Kollegen untersuchen den Einsatz von Tadalafil zur Behandlung der Peyronie-Krankheit bei Menschen. Sie berichteten, dass 2,5 mg Tadalafil täglich über 6 Monate bei 69 % (24/35) der Patienten ohne tastbare Penisplaque zu einer Auflösung der Septumnarbe führten. Nur 10 % der Nicht-Behandlungsgruppe verzeichneten eine Auflösung der Narbe. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Septumnarbe klinisch nicht tastbar war und die meisten Patienten in dieser Studie keine Krümmung aufwiesen (b). Kürzlich wurde in einer Studie aus dem Jahr 2014 über die Behandlungsergebnisse von Peyronie-Patienten berichtet, die drei Monate lang täglich 50 mg Sildenafil oder 400 IE Vitamin E einnahmen. Nach 12 Wochen zeigten beide Gruppen eine ähnliche Verringerung des Plaquevolumens und der Peniskrümmung, die statistisch signifikant war. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren jedoch statistisch nicht signifikant. Die Sildenafil-Kohorte zeigte im Vergleich zu Vitamin E allein eine statistisch signifikante Verbesserung der IIEF-Scores und der Schmerzreduktion (e). Es müsste eine groß angelegte doppelblinde Placebostudie durchgeführt werden, um den klinischen Nutzen des PDE-5-Hemmers zu bestätigen, aber die aktuelle Forschung ist vielversprechend.
Weitere Informationen zu Tadalafil.
(a)Valente EG, Vernet D, Ferrini MG, et al. L-arginine and phosphodiesterase (PDE) inhibitors counteract fibrosis in the Peyronie's fibrotic plaque and related fibroblast cultures. Nitric Oxide 2003;9:229-44
(b) Chung E, Deyoung L, Brock GB. The role of PDE5 inhibitors in penile septal scar remodeling: assessment of clinical and radiological outcomes. J Sex Med 2011;8:1472-7.
(d) Ozturk U, Yesil S, Goktug HN, et al. Effects of sildenafil treatment on patients with Peyronie's disease and erectile dysfunction. Ir J Med Sci 2014;183:449-53.
L-Arginin bei Induratio penis plastica
L-Arginin ist ein NO-Vorläufer, der die NO-Synthase stimuliert. Dies führt zu einem Anstieg von NO sowie zu einer Verringerung der Fibroblasten aufgrund von Apoptose. Es wird angenommen, dass diese beiden Eigenschaften die Mechanismen sind, die L-Arginin als antifibrotisches Mittel zugrunde liegen (a). Wie bereits erwähnt, haben Valente et al. untersuchten Penisplaques in Rattenmodellen, die mit PDE-5-Inhibitoren, aber auch mit L-Arginin behandelt wurden. Ähnlich wie PDE-5-Hemmer zeigte L-Arginin eine signifikante Verringerung der Plaquegröße sowie des Kollagen-Fibroblasten-Verhältnisses (a). Eine spätere Studie von Medeiros et al. zeigten, dass Arginin auch eine schützende Wirkung gegen die Bildung von Narbengewebe hat, wenn der Penis von Ratten einer Beckenbestrahlung ausgesetzt wird (b). Im Jahr 2012 stellten Abern et al. stellten einen Trend zur Krümmungsverbesserung bei PD-Patienten fest, die mit einer Penistraktionstherapie in Verbindung mit intraläsionalem Verapamil, oralem L-Arginin und oralem Pentoxifyllin (PTX) behandelt wurden (c). Während diese Studie zahlreiche Variablen enthält, die zur Verbesserung der Krümmung beitragen könnten, erweist sie sich als eine der wenigen Studien am Menschen, in denen L-Arginin zur Behandlung des M. Peyronie eingesetzt wurde. Angesichts dieser Erkenntnisse könnte sich L-Arginin als wertvolle Behandlungsoption für die Induratio penis plastica erweisen, es sind jedoch weitere Studien am Menschen erforderlich.
(a)Valente EG, Vernet D, Ferrini MG, et al. L-arginine and phosphodiesterase (PDE) inhibitors counteract fibrosis in the Peyronie's fibrotic plaque and related fibroblast cultures. Nitric Oxide 2003;9:229-44.
(b) Medeiros JL Jr, Costa WS, Felix-Patricio B, et al. Protective effects of nutritional supplementation with arginine and glutamine on the penis of rats submitted to pelvic radiation. Andrology 2014;2:943-50.
(c) Abern MR, Larsen S, Levine LA. Combination of penile traction, intralesional verapamil, and oral therapies for Peyronie's disease. J Sex Med 2012;9:288-95.
Antioxidantien:
Bei der Behandlung der Induratio penis plastica (IPP), auch bekannt als Peyronie-Krankheit, werden verschiedene Antioxidantien eingesetzt. Diese Substanzen können helfen, oxidativen Stress zu reduzieren, der eine Rolle bei der Entstehung und Progression der Krankheit spielen kann. Zu den häufig verwendeten Antioxidantien gehören:
Vitamin E (Tocopherol):
Vitamin E ist ein starkes Antioxidans, das freie Radikale neutralisieren kann. Es wird oft in hohen Dosen verwendet, um die Symptome der Peyronie-Krankheit zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. (siehe unten)
Angaben zu Dosierungen macht der jeweilige Hersteller.
Coenzym Q10:
Dieses Antioxidans unterstützt die Zellenergieproduktion und schützt vor oxidativem Stress. Es wurde in einigen Studien mit einer Verbesserung der Symptomatik bei Peyronie-Patienten in Verbindung gebracht. Angaben zu Dosierungen macht der jeweilige Hersteller.
Acetylcystein (NAC):
NAC ist ein Vorläufer von Glutathion, einem wichtigen intrazellulären Antioxidans. Es kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und das Bindegewebe zu schützen. Angaben zu Dosierungen macht der jeweilige Hersteller.
Carnitin:
Sowohl L-Carnitin als auch Propionyl-L-Carnitin haben antioxidative Eigenschaften und wurden in Studien mit einer Verbesserung der Krümmung und der Schmerzsymptomatik bei Peyronie-Patienten in Verbindung gebracht. Angaben zu Dosierungen macht der jeweilige Hersteller.
Pentoxifyllin:
Dieses Medikament hat antioxidative Eigenschaften und wird oft zur Verbesserung der Durchblutung eingesetzt. Es kann helfen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. (siehe unten)
Angaben zu Dosierungen macht der jeweilige Hersteller.
Pentoxifylline (PTX)
Obwohl die meisten oralen Medikamente, die zur Behandlung der Induratio penis plastica untersucht wurden, in kontrollierten Studien schlechte oder unbestimmte Ergebnisse zeigten, schnitt PTX deutlich besser ab. PTX ist ein Xanthin-Derivat, das als unspezifischer Phosphodiesterase-Inhibitor mit bekannten entzündungshemmenden und antifibrogenen Eigenschaften fungiert (a).
Es wurde für die Behandlung des M. Peyronie in Betracht gezogen, da eine In-vitro-Studie gezeigt hat, dass es die Proliferation von Tunica albuginea-Fibroblasten verhindert, die TGF-B-vermittelte Ablagerung von Kollagen abschwächt, die Ablagerung von Elastin verringert und die fibrinolytische Aktivität erhöht (b, c, d). Angesichts dieser Eigenschaften versuchte eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2010, die Wirkung von PTX bei Patienten mit früher chronischer Parkinson-Krankheit zu bestimmen (a). 228 Patienten wurden randomisiert und erhielten sechs Monate lang 400 mg PTX mit verzögerter Freisetzung im Vergleich zu Placebo. Bei den meisten Teilnehmern war mindestens eine vorherige PD-Behandlung fehlgeschlagen. In der Placebogruppe war die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsprogression viermal höher (42 %) als in der Behandlungsgruppe (11 %). Darüber hinaus zeigte die PTX-Gruppe eine signifikante Verbesserung sowohl bei den objektiven als auch bei den subjektiven Messungen; (I) Verbesserung der Peniskrümmung, gemessen durch Duplex-Ultraschall vor und nach der Injektion von Prostaglandin E1 in den Körper; (II) Plaquevolumen und (III) IIEF-Scores (a).
Weitere Informationen zu PENTOXIFYLLINE (PTX).
(a) Safarinejad MR, Asgari MA, Hosseini SY, et al. A double-blind placebo-controlled study of the efficacy and safety of pentoxifylline in early chronic Peyronie's disease. BJU Int 2010;106:240-8.
(b) Raetsch C, Jia JD, Boigk G, et al. Pentoxifylline downregulates profibrogenic cytokines and procollagen I expression in rat secondary biliary fibrosis. Gut 2002;50:241-7.
(c) Schandené L, Vandenbussche P, Crusiaux A, et al. Differential effects of pentoxifylline on the production of tumour necrosis factor-alpha (TNF-alpha) and interleukin-6 (IL-6) by monocytes and T cells. Immunology 1992;76:30-4.
(d) Shindel AW, Lin G, Ning H, et al. Pentoxifylline attenuates transforming growth factor-β1-stimulated collagen deposition and elastogenesis in human tunica albuginea-derived fibroblasts part 1: impact on extracellular matrix. J Sex Med 2010;7:2077-85.
Vitamin E und Morbus Peyronie / Induratio penis palstica
Vitamin E, ein fettlösliches Antioxidans, inaktiviert freie Radikale, die Stickoxid (NO) sättigen, und hält so den aktiven NO-Spiegel erhöht, um eine ordnungsgemäße Wundheilung zu ermöglichen.
Durch die Begrenzung des oxidativen Stresses bietet es möglicherweise auch eine entzündungshemmende Wirkung.
Trotz seiner Verwendung in den letzten sieben Jahrzehnten haben mehrere placebokontrollierte Designs keine signifikante Verbesserung der Schmerzen, des Krümmungsgrads, der Plaquegröße oder der Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr gezeigt.
Im Jahr 1983 führten Pryor und Farrell (a) eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit Vitamin E bei 40 PD-Patienten durch und stellten keine signifikante Verbesserung der Plaquegröße oder der Peniskrümmung fest.
Darüber hinaus ergab eine neuere Studie aus dem Jahr 2007 von Safarinejad et al. lieferte die bislang größte Studie zur Bewertung von Vitamin E bei M. Peyronie. Die Autoren verglichen Vitamin E allein und in Kombination mit L-Carnitin mit Placebo bei 236 Männern mit früher chronischer Parkinson-Krankheit; klassifiziert als Patient mit Schmerzen während der Erektion, einer Peniskrümmung, die die vaginale Penetration nicht beeinträchtigt, einer nicht schmerzhaften tastbaren Narbe, einer echoreichen Läsion im Ultraschall des Penis, keiner Verkalkung und einer Gesamtplaquefläche von <2 cm2. Gruppe 1 (58 Männer) erhielt zweimal täglich 300 mg Vitamin E oral. Gruppe 2 (59 Männer) erhielt zweimal täglich 1 g Propionyl-L-Carnitin oral. Gruppe 3 (60 Männer) erhielt zweimal täglich 300 mg Vitamin E oral sowie zweimal täglich 1 g Propionyl-L-Carnitin oral. Schließlich erhielt Gruppe 4 während des sechsmonatigen Versuchszeitraums ein ähnliches Placebo-Regime. Nach der Therapie gab es zwischen den vier Gruppen keine signifikante Veränderung in der Verringerung der Peniskrümmung (P = 0,9) und auch keine Abnahme der Plaquegröße (P = 0,1).
Obwohl es keine Beweise für die Wirksamkeit von Vitamin E gibt, wird es immer noch häufig verschrieben und häufig gleichzeitig mit anderen Behandlungsmethoden verabreicht, in der Hoffnung auf eine synergistische Wirkung. Zu den häufigen Nebenwirkungen der Einnahme von Vitamin E gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs und zerebrovaskuläre Ereignisse (c).
(a) Pryor JP, Farrell CF. Controlled clinical trial of vitamin E in Peyronie's disease. Prog Reprod Biol 1983;9:41-5.
(b) Safarinejad MR, Hosseini SY, Kolahi AA. Comparison of vitamin E and propionyl-L-carnitine, separately or in combination, in patients with early chronic Peyronie's disease: a double-blind, placebo controlled, randomized study. J Urol 2007;178:1398-403; discussion 1403.
(c) Klein EA, Thompson IM Jr, Tangen CM, et al. Vitamin E and the risk of prostate cancer: the Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT). JAMA 2011;306:1549-56.
Penis Modelling:
Penismodelling bei Induratio penis plastica (IPP), auch bekannt als Peyronie-Krankheit, ist eine Technik, die oft in Kombination mit Stoßwellentherapie (ESWT), um Verkrümmungen des Penis zu behandeln. Das Penismodelling darauf ab, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern, indem die Krümmung des Penis reduziert und somit Schmerzen sowie Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr gemindert werden. Diese Maßnahme wird von manchen Experten als Teil eines Multimodalen Therapiekonzeptes (PD-5-Hemmer, Streckapparate, Vakuumtherapie und Stoßwellentherapie empfohlen). Ursprünglich war das Modelling mit einer Xiapex Therapie kombiniert (siehe unten).
Durchführung:
Der Penis wird in eine gestreckte Position gebracht, um den verformten Bereich zu dehnen und das Muster der Kollagenfasern innerhalb der Plaques zu unterbrechen oder neu zu ordnen. Dies wird durch das sanfte manuelle Dehnen des Penis in die entgegengesetzte Richtung der Krümmung, mehrere Male am Tag für jeweils einige Minuten erreicht.
Risiken und Nebenwirkungen:
Das Penismodelling kann schmerzhaft sein und birgt das Risiko von Blutergüssen, Schwellungen und, in seltenen Fällen, Frakturen des Penis.
Einige Quellen empfehlen, dass das Verfahren von einem Facharzt angeleitet werden sollte, um ernsthafte Komplikationen zu vermeiden.
Sollten Sie eine Therapieanleitung wünschen, können wir Ihnen diese natürlich anbieten. Das nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Die Beratungs- und Schulungskosten von € 69,69 können wir nicht mit den gesetzlichen Versicherungsträgern abrechnen. Sie erhalten von uns eine Rechnung. In der privaten Versicherung ist die Schulung unter Umständen teilweise erstattbar.
Operative Therapie des Morbus Peyronie
Die operative Therapie des Morbus Peyronie, wird in Erwägung gezogen, wenn die Erkrankung zu erheblichen funktionellen Problemen führt. Eine Operation sollte erst in der stabilen Phase (frühestens 15 Monate nach den ersen Symptomen bzw. & Monate nach dem letzten Fortschreiben der Erkrankung erfolgen. Hier kann lediglich eine Begradigung erfolgen.
Nebenwirkungen:
Verlust der Sensibilität:
Wichtigeste Nebenwirkung bei allen Operationstechniken ist der Verlust der Empfindlichkeit. Es besteht die Möglichkeit, dass die Empfindlichkeit des Penis nach der Operation beeinträchtigt wird oder in relevanten Bereichen (z.B. der Eichel) nicht mehr vorhanden ist. Dies kann zu deutlicher verminderter sexueller Empfindung damit verbundenen Störungen führen.
Impotenz:
Weiterhin ist der Verlust der Erektionsfähigkeit (Erektile Dysfunktion) durch die Operation möglich. Insbesondere wenn die Entfernung von ausgeprägtem Narbengewebe erfolgen muss, besteht das Risiko einer Beeinträchtigung der Erektionsfähigkeit.
Rezidiv:
Die Penisverkrümmung kann nach der Operation erneut auftreten. Einige Patienten benötigen möglicherweise weitere Eingriffe.
Verkürzung des Penis:
Bei einigen Operationsverfahren kann es zu einer Verkürzung des Penis kommen.
Kosmetische Unregelmäßigkeiten:
Nach der Operation können kosmetische Unregelmäßigkeiten oder Veränderungen im Erscheinungsbild des Penis auftreten.
Schmerzen:
Postoperative Schmerzen sind möglich und können je nach Art des Eingriffs und individueller Empfindlichkeit variieren.
Prinzipiell erfolgt eine Operation meist nur dann, wenn aufgrund der Verkrümmung kein penetrativer Geschlechtsverkehr mehr möglich ist. Vor einer Operation sollten alle anderen Therapieoptionen ausgeschöpft sein.
Penisbegradigung nach Nesbit bei Induratio penis plastica
Die Operation nach Nesbit beinhaltet die ovaläre Exzision der Tunica albuginea an der konvexen Seite der Deviation. Der Verschluss der Tunica albuginea mit PDS Einzelknopfnähten begradigt den Penisschaft. Diese Methode wurde 1964 das erste Mal angewendet.
Seitdem wurde die ursprünglichen Operationstechnik mehrfach modifiziert. Das Ziel der Nesbit Operation ist den Penis durch eine Verkürzung des Gewebes, das der Krümmung gegenüberliegt zu begradigen. Dies hat einen Verlsut der Penislänge zur Folge.
Da die erworbene Pensiverkrümmung, Induratio Penis Plastica (IPP) jedoch in bis zu 80% der Fälle bereits mit einem signifikanten Penislängenverlust einhergeht, ist ein zusätzlicher Längenverlust für die Mehrzahl der Betroffenen eine große Belastung und eine schlechte Option.
Xiapex Injektionsherapie bei der IPP
Xiapex wurde zur Behandlung einer Dupuytren’schen Kontraktur und der Peyronie-Krankheit bei Erwachsenen angewendet. Eine Dupuytren’sche Kontraktur ist eine Krankheit, bei der sich einer oder mehrere Finger nach vorne zur hin Handfläche krümmen und nicht vollständig gestreckt werden können. Sie wird durch eine Verdickung des Gewebes unter der Haut der Handfläche verursacht. Es bilden sich „Stränge“, wodurch die Finger nach unten gezogen werden. Xiapex ist bei Patienten anzuwenden, die Stränge in der Handfläche aufweisen, die so dick sind, dass sie durch die Haut ertastet werden können. Bei der Peyronie-Krankheit entwickeln sich Plaques aus fibrösen, narbigen Gewebes im Penis. Dies führt teilweise zu Schmerzen und Verkrümmungen und damit zu Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr. Xiapex ist in Deutschland nicht mehr zugelassen.
Anfrage zur Beratung und Untersuchung bei Induratio penis plastica:
Wir wissen, dass die Zeit drängt und schnell Klarheit herrschen soll, bzw. es unter Umständen günstig ist, zügig eine Therapie einzuleiten. Wir kontaktieren sie schnellstmöglich.







