Rezidive
Die Sorge vor einem Rückfall – einem sogenannten Rezidiv – ist bei Patienten mit Morbus Peyronie (IPP) weit verbreitet. Viele Männer fragen sich, ob die Krümmung nach einer erfolgreichen Behandlung wieder zunehmen kann. [1]
Ein echtes Rezidiv (Wiederaufflacken der Erkrankung) nach einer vollständig abgeschlossenen, erfolgreichen Therapie ist selten. Die IPP ist eine Erkrankung, die nach einem Zeitraum von meist 12 bis 24 Monaten von Natur aus „ausbrennt“ und dauerhaft in eine stabile, inaktive Phase übergeht. [1, 2, 3]. Die eigenen Erfahrungen bestätigen, dass bei über 90% der Männer die Krankheit nach 3 Jahren zum Stillstand gekommen ist, und nur bei weniger 10% auch nach 5-10 Jahren nochmals Rezidive auftreten können.
Sind Rezidive seltener, wenn Therapie erfolgt ist?
Ja, eine frühzeitige und gezielte Behandlung senkt das Risiko einer dauerhaften Verschlechterung drastisch.
Man muss hierbei genau zwischen dem natürlichen Krankheitsverlauf und einem echten Rückfall unterscheiden:
- Ohne Therapie (Natürlicher Verlauf): Bleibt die IPP in der frühen, aktiven Entzündungsphase völlig unbehandelt, kommt es bei rund 40 % der Patienten zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Krümmung und einer Zunahme der schmerzhaften Plaques. [1, 2]
- Mit konservativer Therapie (ESWT, EMDA,): Durch den rechtzeitigen Einsatz moderner, nicht-invasiver Verfahren wird dieser entzündliche Prozess aktiv gebremst oder gestoppt. Wurde die Erkrankung erfolgreich in die stabile Phase überführt und die Symptome gelindert, liegt das Risiko für ein echtes Spätrezidiv (ein erneutes Ausbrechen der Erkrankung Jahre später) bei unter 5 %. [1, 2]
Wie schützen ESWT, EMDA und ggf. Perovial vor einem Fortschreiten?
Die von uns eingesetzten Verfahren setzen an unterschiedlichen Mechanismen an, um das Gewebe zu stabilisieren und die Elastizität des Penis dauerhaft zu sichern: [1]
- ESWT (Extrakorporale Stoßwellentherapie): Die hochenergetischen Schallwellen verbessern die lokale Durchblutung und regen Stoffwechselprozesse an. Dies führt nachweislich zu einer signifikanten Schmerzreduktion und hilft dabei, die verhärteten Plaques aufzuweichen und zu restrukturieren. Dadurch wird verhindert, dass sich das Narbengewebe weiter unkontrolliert zusammenzieht. [1, 2, 3, 4, 5, 6]
- EMDA (Electromotive Drug Administration): Bei dieser schmerzlosen Iontophorese transportiert ein schwacher elektrischer Strom hochdosierte Medikamente (wie Verapamil und Dexamethason) tief und direkt in das Plaque-Gewebe. Dort hemmen sie die überschießende Bindegewebsproduktion direkt am Entstehungsort. [1]
Welche Faktoren können dennoch zu einer Veränderung führen?
Auch wenn das Risiko für ein echtes Rezidiv nach einer erfolgreichen Stoßwellen- oder EMDA-Therapie minimal ist, gibt es Ausnahmen, auf die wir im Patientengespräch hinweisen:
- Therapieabbruch in der aktiven Phase: Wenn die Behandlung (z. B. ESWT) zu früh abgebrochen wird, während die Entzündung im Schwellkörper noch aktiv ist, kann die Erkrankung ihren natürlichen, fortschreitenden Verlauf wieder aufnehmen. [1, 2]
- Genetische Veranlagung: Patienten, die zu überschießender Narbenbildung neigen – beispielsweise Männer, die gleichzeitig an einem Morbus Dupuytren (Verkrümmung der Finger) leiden –, haben ein leicht erhöhtes Risiko für Gewebeveränderungen. [1]
- Neue Mikrotraumata: können unabhängig von der alten Erkrankung eine völlig neue Verletzung und damit eine neue Plaque-Bildung auslösen.
Fazit für Sie als Patient: Durch den gezielten, idealerweise frühzeitigen Einsatz von Stoßwellentherapie (ESWT), EMDA und, Perovial lässt sich der Morbus Peyronie in den allermeisten Fällen erfolgreich ausbremsen. Einmal stabilisiert, bleibt der Behandlungserfolg in der Regel dauerhaft bestehen. [1, 2, 3]
Literaturangaben / Wissenschaftliche Referenzen für Ihre Webseite
- Hatzichristodoulou, G., et al. Extracorporeal shock wave therapy (ESWT) in Peyronie's disease: Results of a placebo-controlled prospective trial. (Klassische Studie zur Schmerzreduktion und Gewebestabilisierung durch ESWT).
- Di Stasi, S. M., et al. Transdermal electromotive administration of verapamil and dexamethasone for Peyronie's disease. (Grundlagenstudie zur Effektivität der EMDA-Iontophorese).
- European Association of Urology (EAU) Guidelines. Guidelines on Male Sexual and Reproductive Health: Peyronie's Disease. (Aktuelle medizinische Leitlinien zum Stellenwert konservativer Therapien in der aktiven/stabilen Phase). [1, 2, 3]

